Wichtig ist, dass Sie als Sender die Inhalte Ihres Vortrages in ansprechender Art und Weise an die Empfänger (bspw. Prüfer / Zuhörer) senden. Daraus folgen neben den notwendigen Fachkenntnissen auch Anforderungen an die Darstellungsweise. Beides fließt auch in die Gesamtbewertung eines Vortrages ein. Dies erfolgt bei einer Benotung direkt, aber auch indirekt, denn richtige Fachkenntnisse, die wirr dargestellt werden, ergeben beim Zuhörer oftmals ein falsches Bild.
Generelle Anforderungen an die Darstellungsweise von Vorträgen lauten:
In einem Kurzvortrag sind diese Punkte nur bedingt umsetzbar.
Natürlich soll Ihr Vortrag nicht langweilig sein. Stellen Sie sich vor, Ihr Thema sind Betriebskosten in der Wohnraummiete. Nach der Definition des Begriffes haben Sie unter dem Gliederungspunkt zwei Sie die Betriebskostenpositionen gesetzt und nun starten Sie, diese eine nach der anderen zu nennen. Spätestens ab Position 7 sind die Zuhörer eingeschlafen. Und wenn die Betriebskostenverordnung vorliegt, ist das reine Auflisten auch keine beeindruckende Leistung. Schaffen Sie stattdessen eine neue Struktur,
Die „warmen“ Betriebskosten sind ..., für diese gilt zusätzlich die HeizKostV, die kalten Betriebskosten sind bsp. ...
Bringen Sie zu einzelnen Positionen eventuell einen wichtigen Zusatz.
Bei den Kosten des Aufzugs ist zu beachten, dass bei einem Vollwartungsvertrag ...
Treffen Sie das Thema!
Lautet das Thema
Gliedern Sie Ihren Vortrag!![]()
Erstellen Sie eine Gliederung für Ihren Vortrag. Diese Gliederung ermöglicht Ihnen eine Struktur zu bilden, so können Sie überprüfen, ob Sie die wesentlichen Punkte erfasst haben und behalten den Überblick.
Stellen Sie zu Beginn des Vortrags das ausgewählte Thema vor, d.h., fangen Sie nicht sofort mit den Inhalten an. Anschließend ist es positiv, wenn Sie die Hauptpunkte des Vortrages nennen, d.h. die Gliederung vorstellen. So wird dem Zuhörer klar „wohin die Reise geht“ und er kann Ihnen besser folgen.
Strukturieren Sie den Vortrag immer vom Groben/Allgemeinen zum Detail.
Beispiel: Thema ist die Beendigung von Mietverhältnissen.
Falsch: 1. erleichterte Kündigung bei einer Einliegerwohnung.
Richtig: 1. übliche Beendigungen von Mietverträgen sind: Aufhebungsvertrag, Zeitablauf, Kündigung
Nummerieren Sie die Gliederung.
Idealtypischer Ablauf:
1. Begrüßung
2. Nennung des gewählten Themas
3. Vorstellung der Gliederung
4. Nennung relevanter Rechtsquellen und einleitender Satz
5. „Abarbeitung“ der Inhalte Ihres Vortrages (vom Groben zum Detail!)
6. Schlusssatz
Vortragsweise:
Sprechen Sie deutlich und in angemessener Lautstärke (nicht flüstern, nicht brüllen). Eine mittlere Lautstärke wirkt grundsätzlich sachlich und verbindlich. Hetzen Sie nicht durch den Vortrag und ziehen Sie ihn auch nicht unnötig in die Länge.
Verwenden Sie Fachausdrücke, wenn diese angebracht sind, aber erschlagen Sie die Zuhörer nicht mit einer Masse an Fremdwörtern, sondern sprechen Sie einfach.
Versuchen Sie aktiv zu sprechen, d.h., verwenden Sie möglichst Verben an Stelle des Nominalstils.
Halten Sie Blickkontakt mit den Zuhörern, schauen Sie also nicht nach unten, starren Sie nicht ins Leere oder blicken Sie nicht an ihnen vorbei. Daraus folgt, dass Sie Ihren Vortrag selbstverständlich nicht ablesen, sondern möglichst frei halten. Vermeiden Sie es jedoch, Ihren Zuhörer mit den Blicken zu fixieren, wandern Sie mit dem Blick ruhig von Zuhörer zu Zuhörer. Vermeiden Sie es jedoch, mit dem Blick umherzuspringen, da dies eher wirr wirkt. Starren Sie ihm auch nicht in die Augen, erfassen Sie sein ganzes Gesicht.
Ihre Körpersprache ist ebenfalls ein wichtiger Faktor. Wildes Umherfuchteln mit den Armen, hinterlässt einen wirren Eindruck, vor der Brust verschränkte Arme signalisieren Verschlossenheit und ein allzu lässiges Übereinanderschlagen der Beine und entspanntes Zurücklehnen lässt an Ihrer Ernsthaftigkeit zweifeln. Versuchen Sie entspannt und freundlich zu schauen. Auf diesem Weg signalisieren Sie Aufgeschlossenheit und Kompetenz. Sie können bspw. Ihre Hände locker ineinandergelegt auf dem Tisch legen. Lösen Sie diese Haltung hin und wieder, damit kein starrer Eindruck entsteht und verkrampfen Sie Ihre Hände nicht. Vermeiden Sie es auch, nervös mit Ihren Händen unter dem Tisch zu spielen. Sie wirken sonst nicht nur aufgeregt, sondern u. U. auch fachlich unsicher. Setzen Sie sich gerade hin und versinken Sie nicht in sich „wie ein Häufchen Elend“.
Für eine Prüfungssituation:
Jeder hat Verständnis, wenn Sie aufgrund der Prüfungssituation aufgeregt sind. Hier kann es hilfreich sein, wenn Sie kurz vor der Prüfung tief durchatmen und einfach Lächeln. Denken Sie dabei an etwas Positives und verdeutlichen Sie sich, dass Sie zur Prüfung gehen, um zu bestehen. Dies hilft Ihnen, die Gesichtsmuskeln zu entspannen und einen freundlichen Gesichtsausdruck zu haben.
So bereiten Sie sich vor!
In der praktischen Abschlussprüfung der Kaufleute in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft muss regelmäßig ein Kurzvortrag gehalten werden. Dies können und sollten Sie im Vorfeld trainieren. Für die Prüfung der Immobilienkaufleute ist ein Vortrag nicht grundsätzlich vorgesehen. Da Sie mit Vorträgen Ihre Fachkenntnisse vertiefen, das Abrufen des Wissens üben und das Reden verbessern können, ist es dennoch empfehlenswert auch für diese Prüfung u.a. mit Vorträgen zu trainieren.
Stellen Sie sich einmal die folgende Situation vor: Ein junger Mann (nennen wir ihn Ingo) möchte gern in diesem Jahr einen Marathon laufen. Ingo macht sich einen ausgeklügelten Plan, aus dem deutlich wird, wann er trinken muss, wann er eine Banane essen sollte und zu welcher Zeit er bei welchem Kilometer sein will. Auch ein paar Dehnungsübungen macht Ingo in dieser Zeit. Bis zum Start des Marathon verfeinert er diesen Plan immer mehr. Sie werden denken: "Das ist eine gute Idee, aber Ingo, Du musst auch joggen, denn nur mit einem Plan wirst Du das Ziel nicht erreichen." Und damit werden Sie wahrscheinlich Recht haben.
Übertragen Sie doch mal Ingos Situation auf die Vorbereitung auf Ihre praktische Prüfung. Sie sehen, nur ein Plan und Lesen von Fachliteratur reicht nicht aus. SIE MÜSSEN TRAINIEREN!
Trainieren Sie wie folgt:
Erstellen Sie sich eine Liste mit möglichen Themen, hierzu können Sie auch unsere Aufgabenbögen der Vorträge verwenden. Nun nehmen Sie sich 15 Minuten Zeit. Ziehen Sie ein Thema und bereiten Sie einen Vortrag vor, d.h. erstellen Sie sich die Gliederung. Verwenden Sie hierbei neben den Rechtsquellen keine weiteren Unterlagen. Nach 15 Minuten halten Sie den Vortrag. Wenn Sie hierzu keinen Zuhörer haben, dann erzählen Sie Ihre Inhalte dem Schrank, einem Regal oder Ihrem Hund. Wichtig ist, dass Sie den Vortrag halten und nicht nur voller Stolz vor Ihrer Gliederung sitzen. Nachdem Sie den Vortrag gehalten haben, gleichen Sie die Inhalte mit Ihren Unterlagen ab. Sie werden merken, dass sich so Ihre Vortragsweise und Vorbereitung erheblich verbessert.
Ein häufiges Gegenargument ist, dass man ja zuerst die Fachinhalte im Gehirn wieder reaktivieren müsse. Auch wenn dies nicht selten ein vorgeschobenes Argument ist, so bietet sich ein Kompromiss an. Wiederholen Sie die Fachinhalte versetzt zu Ihren Vorträgen. Ein Beispiel: Wiederholen Sie am Montag das Thema "Grundbuch", am Dienstag halten Sie einen Vortrag zum "Grundbuch" und wiederholen "Betriebskosten", am Mittwoch halten Sie einen Vortrag über "Betriebskosten" und wiederholen "Begründung von Wohnungseigentum", usw..
Um nochmal auf Ingo zurückzukommen, einen Plan sollten Sie sich natürlich auch erstellen. Und auch wenn es banal erscheint, aber eine Woche vor Ihrer Prüfung mit dem Training zu beginnen, ist in aller Regel zu spät.