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| Qi und der Fluss der Lebensenergie | [Teil 6] [Archiv] |
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Qi, diesen Ausdruck hat wohl jeder schon gehört oder kennt ihn in anderen Schreibweisen wie Ki oder Chi. Viele werden sich gefragt haben, was dies zu bedeuten hat. Es taucht sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin, TCM, als auch in allen chinesischen oder asiatischen (Kampf-)Sportarten auf. Es ist der zentrale Dreh- und Angelpunkt des Qigong und spielt im Rahmen der Ernährung eine bedeutende Rolle. Im Feng Shui soll der Qi-Fluss gesteuert werden, um ein Wohlbefinden des Menschen zu erzeugen. Das Qi ist eines der zentralen Konzepte chinesischen Denkens. Schon mehrfach wurde in dieser Reihe auf den bildlichen Charakter der chinesischen Sprache hingewiesen. Das Zeichen besteht aus dem Bild für Dampf und dem für Reis. Im Lexikon wird seine Bedeutung mit „Luft, Dampf, Atem, Hauch, Leben, Geist, Lebenskraft“ angegeben. Heute wird es vielfach mit Lebensenergie umschrieben. Der Reis ist und war das Grundnahrungsmittel in Asien. Im Winter erscheint uns der Atem, der Hauch als Dampf und schon sehr früh steht der Atem als Sinnbild des Lebens. Hier sei nur auf unsere christliche Schöpfungsmythologie hingewiesen. „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ Dies macht deutlich, dass es sich hierbei um ein kulturunabhängiges, archetypisches Bild des Lebens, bzw. des Wesentlichen von Leben handelt. So erscheint uns im griechischen Wort für Seele, ψΰχή, psyche, eben jener bildliche Ausdruck in der Grundbedeutung „Hauch, Atem, Lebenskraft, Leben“. Und auch im lateinischen spiritus für Geist finden sich ursprünglich die Bedeutungen „Atem, Lufthauch, Leben und Begeisterung“. Fragen wir nach dem Qi, suchen wir nach dem Sein, dem Essentiellen allem Seiendem, richten wir unseren Blick auf den Urgrund, oder asiatisch ausgedrückt, auf die Leere, auf das Nichts. Ohne dies hier philosophisch weiter vertiefen zu wollen, können wir Qi als Lebensenergie übersetzen, im Sinne des Wesentlichen von Leben. Dabei verstehen wir Energie als wirkende Kraft. Bis heute ist Leben auch für unsere Naturwissenschaften nicht wirklich greifbar. Wir können Lebensbedingungen nennen und in gewissen Grenzen Leben und Tod unterscheiden, aber wir können weder diese Urkraft erklären, noch Leben künstlich erzeugen. So bleiben uns zur Umschreibung letztlich nur Bilder und Metaphern. Und ein Weiteres macht dies Bild des Atems deutlich: Leben ist Wandel, ist das Schwingen zwischen den Polaritäten, Yin und Yang. Was heißt dies nun im Zusammenhang mit Feng Shui und Raumenergethik? Sie sollen den Qi-Fluss fördern, Leben nähren. Gemeint ist damit der Einfluss und die Wechselwirkung unseres Lebensraumes auf unser Leben als Ganzes. Mit anderen Worten, es geht um das Erkennen, in welcher Weise unsere Umwelt Einfluss hat, auf unser Leben und gegebenenfalls diese Faktoren solcherart zu verändern, dass sie für uns und unsere Umwelt unterstützend wirken.
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Johannes Trüstedt
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Verfasser: Feng Shui Team München
Foto: Photocase.com |
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