| Bildungsmanagement | ||||||||||||
|
|
||||||||||||
![]() |
Von der Vertragsunterschrift bis zum Start - 10 Tipps für einen gelungenen Ausbildungsbeginn |
|
||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Wir sind Papst. Wir sind Weltmeister der Herzen. Wir sind Berufsausbildung. Noch immer gibt es Produkte „made in Germany“, die einen besonders guten Ruf genießen. Und unsere Berufsausbildung gehört definitiv dazu. In der Regel stürzen sich Schulabgänger voller Enthusiasmus und mit tausend Ideen im Kopf ins Berufsleben und freuen sich auf Ihr Unternehmen. Doch ist der Start in diese erste freiwillig gewählte Umwelt auch angstbesetzt. |
||||||||||||
| 1. Tipp | Geben Sie der Vertragsunterzeichnung eine besondere Note Der Eintritt ins Berufsleben ist etwas ganz besonders für jeden Menschen. Bereits mit der Vertragsunterschrift können Sie diesen Schritt würdigen. Laden Sie alle zukünftigen Azubis zu einem gemeinsamen Termin ein und begehen Sie diesen wichtigen Akt ruhig ein bisschen feierlich. Erläutern Sie, was es bedeutet, Mitarbeiter Ihres Unternehmens zu sein. Geben Sie einen ersten Ausblick auf das, was kommen wird. Betonen Sie, worauf Sie sich freuen: Ihr jüngster Nachwuchs soll spüren, dass er ab sofort dazu gehört. Vielleicht findet sich auch jemand aus der Geschäftsführung bereit, um an diesem Treffen teilzunehmen oder bitten Sie die älteren Azubi-Jahrgängen zu einem ersten Kennen lernen dazu. |
|||||||||||
| 2. Tipp | Halten Sie Kontakt bis zum Ausbildungsbeginn Schicken Sie einen Gruß, falls einer Ihrer zukünftigen Azubis vor Ausbildungsbeginn Geburtstag hat. Notieren Sie sich die Termine für die Abschlussprüfungen und fragen nach, wie es gelaufen ist. Lassen Sie den neuen Azubis die Mitarbeiterpublikationen oder wichtige Unternehmensinformationen zu kommen. Kurz: Behandeln Sie die neuen Azubis wie die höheren Jahrgänge. |
|||||||||||
| 3. Tipp | Fassen Sie alle Informationen noch einmal schriftlich zusammen Der erste Tag im neuen Unternehmen ist der schwerste Tag von allen. Auch ein selbstbewusster Azubi ist nicht ganz ohne Befürchtungen und Ängste. Sie können unterstützen, in dem Sie etwa 14 Tage vorher noch einmal alle wichtigen Details schriftlich herausgeben und so Handlungssicherheit schaffen. Denken Sie dabei vor allem daran, dass nichts selbstverständlich ist. Ein genauer Ablauf ist genau so wichtig, wie einige Worte zur Kleidung oder eine Liste mit allen Unterlagen, die mitgebracht werden müssen. Eine ansprechend gestaltete Einladung statt eines trockenen Geschäftsbriefes kurbelt die Vorfreude an. |
|||||||||||
| 4. Tipp | Nutzen Sie die ersten Tage zur Orientierung Nehmen Sie sich Zeit. Je behutsamer und ausführlicher Sie Ihre Azubis in das Unternehmen einführen, desto effektiver werden diese im Anschluss starten können. Stress und Angst blockieren die Aufnahmefähigkeit. Ein erster Tag mit aneinander gereihten Unternehmenspräsentationen überfordert in der Regel. Die Fülle der Informationen und die Passivität, die solchen Veranstaltungen oft zu Eigen ist, führt diese häufig ad absurdum. Es bleibt wenig hängen und erhöht auch nicht die Sicherheit. Ein optimaler Ablauf für 2007: |
|||||||||||
| 5. Tipp | Kick off: Am 1. + 2. August sind Sie die Hauptperson Die ersten Tage sollte die Auszubildenden noch nicht direkt am Arbeitsplatz verbringen. Zunächst gilt es, tragfähige Beziehungen innerhalb der Ausbildungsgruppe zu ermöglichen. Das gilt natürlich besonders für Sie selbst. Als Führungskraft sind Sie extrem wichtig für die Auszubildenden. Ideal, wenn Sie die Möglichkeit haben, die ersten beiden Tage in einem externen Seminarhaus zu verbringen. Hier können Sie kostengünstig und in entspannter Atmosphäre alle ersten Fragen klären. Wechseln Sie dabei zwischen theoretischem Input und spielerischen aktiven Einheiten; lassen Sie den Spaß nicht zu kurz kommen. Erklären Sie auf didaktisch sehr einfache Weise: das Unternehmen, das Konstrukt Ausbildung, Ziele, Werte, Rechte und Pflichten. Gegen Ende des ersten Tages lassen Sie die höheren Jahrgänge dazu kommen. Das 2. und 3. Ausbildungsjahr weiß am besten, wie sich die „Neuen“ fühlen. Nutzen Sie dieses Wissen und beauftragen Sie sie mit Teilen oder der Gesamtkonzeption der Einführungstage. Kurbeln Sie mit entsprechenden Übungen das Kennen lernen der Jahrgänge untereinander an. Initiieren Sie ein Patensystem für die ersten Monate. Organisieren Sie auch den gemeinsamen Abend. Sollten Sie noch keine Erfahrung in der Seminarkonzeption und –durchführung haben, beraten wir Sie gern und führen das Seminar auch für Sie durch. |
|||||||||||
| 6. Tipp | Kick off: Am 3. August wird das Unternehmen begriffen… Die Auszubildenden sollen am Abend genau wissen, wo sie gelandet sind. Neben der Unternehmensorganisation und Branchenwissen braucht Ihr Nachwuchs auch Informationen über die Kultur, den Umgang miteinander, konkrete Verhaltenstipps. Was sich hinter den verschiedenen Abteilungen verbirgt, wie man ein Telefon bedient oder welche ungeschriebenen Gesetze in der Arbeitswelt gelten, ist völlig neu und unbekannt. Den besten Effekt erzielen Sie, wenn unterschiedliche Referenten diese Aufgabe übernehmen: Die verschiedenen Blickwinkel von z.B. Unternehmensleitung, Ausbildungsbeauftragten oder älteren Auszubildenden ermöglichen ein umfassendes Bild Ihres Unternehmens. Der Aufbau sollte sich streng an den didaktischen Grundsätzen orientieren: Vom Grossen zum Kleinen. Vom Leichten zum Schweren. Häufig rauschen die Vorträge an den Zuhörern vorbei – bauen Sie also aktive Einheiten ein, in denen sie erfahren, was bei den Azubis hängen geblieben ist. |
|||||||||||
| 7. Tipp | … und die erste Abteilung kennen gelernt Irgendwann im Laufe des Freitags sollten die neuen Azubis den/die Ausbildungsbeauftragte/n ihrer ersten Abteilung kennen lernen. Sie können Sie alle gemeinsam zu einer „Kennenlernrunde“ einladen, die Abteilungen spielerisch – etwa in Form einer Rallye – besuchen oder den „Neuen“ in der Abteilung von einem älteren Azubi vorstellen lassen. Wichtig ist in erster Linie, dass jeder Azubi weiß, wohin er am Montag geht, wer sich dort um ihn kümmert, wann er dort auftauchen soll und was mit zu bringen ist. Bei der Auswahl der ersten Abteilung müssen Sie darauf achten, dass möglichst wenig Vorwissen benötigt werden sollte und dass der jeweilige Ausbildungsbeauftragte sich der besonderen Situation bewusst sein sollte (und hierfür auch die nötige Zeit und Lust mitbringt). |
|||||||||||
| 8. Tipp | Herzlich Willkommen Zeigen Sie den Azubis, dass das Unternehmen sie schon erwartet hat und sie herzlich willkommen sind. Schön ist es, wenn Postfächer und e-Mail-Accounts bereits eingerichtet sind und Ihre Neuzugänge in Telefon- und Abteilungslisten erscheinen. Mitarbeiter am Empfang, in der Poststelle oder Telefonzentrale sollten informiert sein. Stellen Sie die neuen Azubis in Ihrer Hauszeitschrift, im Intranet oder am Schwarzen Brett vor; am besten mit Fotos. Stellen Sie eine Schultafel (oder ein Flipchart) ins Foyer mit den Worten: „Unternehmen XY begrüßt seine neuen Azubis“. Überreichen Sie ein Willkommensgeschenk, Schultüten mit Unternehmensbroschüren, Give-Aways, Proben oder Produkten des Unternehmens. |
|||||||||||
| 9. Tipp | Brief an mich selbst Schließen Sie den Freitag mit einer Reflexions-Übung ab. Eine schöne Übung ist der „Brief an mich selbst“. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre, Briefpapier und evtl. entspannende Musik. Lassen Sie den Azubis genügend Zeit, einen ausführlichen Brief an sich selbst zu schreiben. Geben Sie – gerade für jüngere Berufseinsteiger – Leitfragen am Flipchart vor. Die Azubis sollen noch einmal alle Eindrücke und Gefühle der vergangenen 3 Tage Revue passieren lassen können. Der Brief wird verschlossen von Ihnen aufbewahrt und ist ein schönes Geschenk, wenn Sie ihn am Ende der Ausbildung verteilen. |
|||||||||||
| 10. Tipp | Und dann: geht’s weiter Am Montag sollten alle Azubis eine Einladung zu einem Einzelgespräch von Ihnen erhalten, das in den ersten 2 Wochen statt findet. Netter als eine e-Mail ist ein Kalender, den der Azubi auf seinem Schreibtisch findet, in den der Termin mit Ihnen eingetragen ist. Diesen können Sie gleich als Aufhänger nutzen: „Ich möchte gern mit Ihnen über wichtige Dinge und Termine in den ersten Wochen sprechen.“ Dies ist zum einen das Signal, dass Sie auch weiterhin die Führungsrolle übernehmen und zum anderen Grundbedingung einer individuellen Förderung. Formulieren Sie in diesem Gespräch Ihre Erwartungen noch einmal ganz genau – geben Sie den Azubis eine konkrete Zielsetzung für die ersten Monate. Welches Benehmen wünschen Sie sich? Wie sollen die Azubis auf die Mitarbeiter zugehen? Wie sollen sie sich verhalten, wenn es Probleme gibt? Was liegt Ihnen zum Thema Arbeitszeit oder Pünktlichkeit ganz besonders am Herzen? Wie sollen Sie den Urlaub planen? Welche Termine stehen an? Welche Fragen gibt es seitens des Azubis? Eine schriftliche Zielsetzung ist von Vorteil – die vielen Eindrücke der ersten Tage führen oft dazu, dass nicht alles behalten werden kann. |
|||||||||||
|
Sohr; Hamm
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
Quelle:
Verfasser: Stefanie Sohr, Martina Hamm Redaktion und verantwortlich für diesen Arikel: |
||||||||||||
|
||||||||||||
|
|
||||||||||||
|
||||||||||||