Bildungsmanagement

10 Tipps, wie Sie Ihre Ausbildungsbeauftragten unterstützen können

Dass Ihre Kollegen in den Fachabteilungen die Auszubildenden on top zum eigentlichen Job ausbilden, ist alltägliche Realität. Zulagen oder Zeitausgleich gibt es in so gut wie keinem Unternehmen. Trotzdem engagieren sich viele Mitarbeiten mit echter Leidenschaft und Herzblut – und haben doch manchmal Schwierigkeiten. Hier einige Tipps, wie Sie Ihre Ausbildungsbeauftragten unterstützen und Ihnen Anerkennung für Ihre Engagement geben können.

1. Tipp Ausbildungsbeauftragter wird man meist „nebenbei“, ein kurzer Anruf, ein Gespräch in der Kantine oder auf dem Flur … „könnten Sie sich vorstellen, auch mal einen Azubi zu nehmen…“ und dann ist man schon mittendrin im Thema Berufsausbildung. Aber ausbilden bedeutet auch, echte Führungsarbeit zu leisten. Planen Sie fest ein, in diesem Jahr jeden Ausbildungsbeauftragten einmal zu treffen. Fragen Sie einfach, wie es läuft und gehen Sie alle wichtigen Unterlagen (Rahmenlehrpläne, Beurteilungsbögen, die wichtigsten §§ des Berufsbildungsgesetzes etc. pp) dezidiert mit jedem durch. Wenn die Zeit fehlt, kann das auch gut in einer gemeinsamen Mittagspause geschehen. Neue Erkenntnisse über Ihre Azubis und noch stärkeres Engagement Ihrer Ausbildungsbeauftragten sind garantiert!

2. Tipp Die Auswahl von Auszubildenden ist eine besonders anspruchsvolle Aufgabe. Die Bewerber haben zumeist keine aussagekräftige Vita, die Ihnen sagt, wer zu Ihnen passt. Gleichzeitig ist der „Nasenfaktor“ viel wichtiger als bei „normalen“ Mitarbeitern – wahrscheinlich werden Sie zu den Auszubildenden, die sie intuitiv mögen, das beste Verhältnis aufbauen. Das gilt auch für die Einsätze in den Abteilungen. Es macht darum durchaus Sinn, auch Ihre Ausbildungsbeauftragten am Auswahlprozess zu beteiligen. Lassen Sie interessierte und engagierte Ausbildungsbeauftragte z.B. an einem AC oder einer Auswahlrunde als Beobachter teilnehmen. Sie werden spannende Rückmeldungen und Diskussionen erhalten. Und ein Ausbildungsbeauftragter, der von Anfang an mit entschieden hat, wer seinen Weg bei Ihnen gehen darf, wird die zukünftigen Auszubildenden noch besser betreuen als bisher.

3. Tipp Der Start in die Ausbildung ist die halbe Miete. Es gibt Abteilungen und Menschen, die hierfür prädestiniert sind und solche, die erst später zum Zug kommen sollten. Klären Sie sehr genau, ob ein Ausbildungsbeauftragter Lust auf diese wichtige Aufgabe hat. Sie sollten in gar keinem Fall jemanden einen Azubi in der Anfangsphase „auf´s Auge drücken“, der nicht in der Lage oder gewillt ist, sich besonders intensiv um ihn zu kümmern.

4. Tipp Auszubildende wissen sehr genau, was Ihre Ausbildungsbeauftragten so alles leisten. Schlagen Sie Ihrer Azubi-Gruppe vor, alle Ausbildungsbeauftragten an einem Nachmittag zu Kaffee und Kuchen (möglichst von den Azubis selbst gebacken) einzuladen. In lockerer Runde ein bisschen quatschen (für die eventuell ruhige Anfangsphase ist Musik sehr hilfreich) kann Wunder wirken – und es ist ein echtes „Danke schön“ von den Azubis an die Ausbildungsbeauftragten; ein gutes Gefühl für beide Seiten.

5. Tipp Mit jungen Menschen zu arbeiten, ihre Lebenswelten zu begreifen, ist nicht leichter geworden in den letzten Jahren. Viele Ausbildungsbeauftragte wünschen sich, eine Ausbildereignungsprüfung zu machen. Dieser Wunsch ist verständlich, zeitlich und monetär aber leider häufig nicht realisierbar. Und zumeist auch gar nicht das, was Ausbildungsbeauftragte wirklich brauchen. Viel effektiver ist es, wenn Sie den Ausbildungsbeauftragten ermöglichen, ein ein- oder zweitägiges Seminar für die Arbeit mit Azubis „on the job“ zu besuchen. Häufig lohnt es sich auch, eine interne Gruppe zusammen zu stellen und ein auf die internen Bedürfnisse hin abgestimmtes Seminar anzubieten. Ihre Ausbildungsbeauftragten können aktiv lernen und erfahren eine echte Wertschätzung, da ihre Zielgruppe bei Weiterbildungsmaßnahmen berücksichtigt wird.

6. Tipp Austausch ist ein wichtiges Thema. Implementieren Sie feste Austauschrunden mit Ausbildungsbeauftragten (und ggf. Auszubildenden) in Ihrem Unternehmen. 1 – 2 Mal pro Jahr ist völlig ausreichend. Spannend ist es besonders dann, wenn Sie neben allgemeinem Austausch auch ein spezielles Thema von den Azubi und Ausbildungsbeauftragten bearbeiten und präsentieren lassen (z.B.: das Beurteilungsgespräch). Sie wecken so Verständnis auf beiden Seiten und kurbeln die Kommunikation an.

7. Tipp Die Prüfungserfolge Ihrer Azubis sind auch Erfolge Ihrer Ausbildungsbeauftragten. Nutzen Sie die Ergebnisse der Abschlussprüfungen  für eine persönliche Mail oder einen Brief. Lassen Sie die Ausbildungsbeauftragten wissen, wie „Ihre“ Azubis abgeschnitten haben und danken Sie Ihnen für Ihren Beitrag. Es kann sehr motivierend für Ihre Kollegen sein zu wissen, was sie mit Ihrer Arbeit bewirkt haben.

8. Tipp Wenn mal nichts oder viel zu viel zu tun ist, kann es vorkommen, dass die Auszubildenden einfach nicht beschäftigt werden können. Eine anstrengende und unangenehme Situation für beide Seiten. Es kann für Ihre Ausbildungsbeauftragten sehr entlastend sein, wenn diese dann Übungsaufgaben haben, mit denen sich die Auszubildenden beschäftigen können. Eine gute Möglichkeit sind zum Beispiel Prüfungsaufgaben, der vorherigen Jahrgänge. Sammeln Sie ab sofort diese Aufgaben und stellen Sie daraus Fragenkataloge für die jeweiligen Abteilungen zusammen. Die Fragenkataloge sollen von den Azubis in Leerlaufzeiten während ihrer Einsätze selbständig bearbeiten werden und können gut als Grundlage für ein Abschlussgespräch dienen. (Daraus können Sie auch sehr gut ein Azubi-Projekt machen. Starten Sie einfach, in dem Sie einen Azubi beauftragten, alle ehemaligen Azubis, die noch in ihrem Unternehmen sind, zu fragen, welche Fragen in den mündlichen Prüfungen gestellt wurden).

9. Tipp Wir alle lernen am besten durch Rückmeldung. Und selbstverständlich gilt dies auch für Ihre Ausbildungsbeauftragten. Aber es ist für Auszubildende oft schwierig, wirklich ehrlich zu sagen, was ihnen in einer Abteilung nicht gefallen hat oder wo sie Verbesserungspotential sehen. So kommt es, dass viele Ausbildungsbeauftragte gar nicht wissen, was und ob sie etwas verändern sollten. Fragt Ihr interner Beurteilungsbogen auch ein Feedback der Auszubildenden ab? Und wenn ja, in welcher Form? In der Regel reicht es nicht, wenn ein Auszubildender allein durch seine Unterschrift bestätigen soll, ob er mit der Abteilung oder der Beurteilung zufrieden ist. Arbeiten Sie auf dem Bogen mit offenen, konkreten Fragen, die die Auszubildenden herausfordern, verwertbare Informationen zu geben (Was hat Ihnen am besten gefallen? Welche Verbesserungsmöglichkeiten sehen Sie? usw.)

10. Tipp Eine Hand wäscht die andere! Selbstverständlich bleibt das 1. Ziel immer, dass Auszubildende auch wirklich ausgebildet und nicht ausgenutzt werden. Dennoch macht es Sinn, dass gerade Abteilungen/Kollegen, die sich stark für die Azubis engagieren, auch von Ihnen unterstützt werden. Rechtzeitig angemeldete Urlaubsvertretungen oder Projektunterstützungen sind eine tolle Möglichkeit für Azubis, das „echte“ Arbeitsleben kennen zu lernen. Und Auszubildende lieben es, auch einmal gebraucht zu werden.

Sohr; Hamm

Quelle:

http://www.procedere.com

Verfasser: Stefanie Sohr, Martina Hamm
Bilder: PixelQuelle.de

Redaktion und verantwortlich für diesen Arikel:

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Stefanie Sohr Martina Hamm
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martina.hamm@procedere.com



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